Ich möchte nicht, dass seine Mutter zwischen meinem Mann und mir steht.

Frage:

Ich habe mit meinem Mann ein Schwiegermutter - Problem. Vorgestern kam meine Schwiegermama zu uns, um unseren Kleinen am Abend hüten. Sie kam schon gereizt zu uns, und sagte sie habe Stress, weil sie mit unserem Sohn wieder weg muss wegen einem anderen Termin. Als wir schliesslich nach Hause kamen nach unserem gemeinsamen Ausgang, sagte sie uns, sie musste der Kleine wickeln, aber sie häbe das Fudi nicht richtig geputzt. Und das um Mitternacht, als er schon geschlafen hat. Und mir ist dann herausausgerutscht, ihr zu sagen, dass es nicht das erste Mal ist, dass ich meinem Kleinen (4 Jahre) im nachhinein putzen muss. Und da antwortete sie in einem barschen Ton: Nein, das ist nicht wahr, vielleicht musste er ja wieder stuhlen. Dies als 1. hat mich sehr gestört plus, dass ich Bedauern hatte mit unserem Junjor, der mit einem jukenden Fudi klar kommen muss. Und 2., dass sie mich so angehässelt hat, nur weil sie zuviel um die Ohren hatte plus den Kleinen hüten. Mein Mann hat es ihr dann gesagt, doch dort wieder stritt sie ab, dass sie nicht auf mich hässig gewesen sei, sondern auf die Situation. Aber ich wurde schon beim Empfang unfreundlich begrüsst und danach noch der Rest. Jetzt was mich sehr beschäftigt,: Dass mein Mann seine Mutter 100% unterstützt in jeder Situation, auch wenn sie nicht recht hat. Wie kann ich dies meinem Mann klar machen, dass ich mich sehr verletzt fühle und darunter auch enorm leide?! Ich habe allgemein Mühe, wenn Menschen ihren Frust usw. an anderen unschuldigen Menschen rauslassen. Es sieht völlig paradox aus, wenn sie ihm sagt, sie sei hässig und gestresst gewesen und es an mir rauslässt und im Nachhinein alles ignoriert. Was bekommen Sie bei dieser Situation für ein Bild als aussenstehende Person? Besten Dank für Ihre Bemühungen und ich grüsse Sie freundlich.

Nachtrag:
Ich muss Ihnen unbedingt noch was ergänzen, bevor Sie mir antworten! Unser Sohn ist jetzt 4 Jahre alt, und wir erwarten per Ende Sept. Zwillinge. Was jetzt wichtig ist, dass mein Mann sich tatkräftig engagiert im Haushalt, was super super ist, doch sobald es um seine Mutter geht, lässt er mich wie eine heisse Kartoffel fallen. D.h. momentan bin ich psychisch am Ende, da er mich vor seiner Mutter nicht unterstützt. So gerate ich in eine Sackgasse und weiss nicht mehr weiter. Wenn ich zu Unrecht zutiefst verletzt bin von ihr, sagt er mir, er sähe weder ein Problem noch einen Grund, sich dafür einzusetzen. Ich fühle mich 2 gegen 1. Und ich habe inzwischen Erfahrungen gemacht von div. Profi-Leuten, dass nicht die Schwiegermutter das Problem ist, wie ich am Anfang dachte, sondern mein Ehemann!

So, das wärs für den Moment....Vielen herzlichen Dank im Voraus!

Antwort:

Es ist gut und wichtig, die Freundschaft in der Ehe durch schöne Aktivitäten zu stärken und zu erhalten. Besonders für Partner mit Kindern – und ihr werdet ja bald drei wertvolle Kleine in eurer Familie haben! - wird der Ausgang noch wichtiger, aber auch aufwändiger zu organisieren und manchmal teurer durch Babysitter-Kosten. Da kommt es gelegen, wenn eine Oma solche Dienste übernehmen kann!

Allerdings ist die Oma auch nur ein Mensch, und manche haben grosse Mühe, ihren Brechreiz beim Wickeln eines Kindes unter Kontrolle zu haben. Da kann dann eine „Abkürzung“ sehr verlockend sein! (Vor allem, wenn das Kind übermüdet ist, zappelt und schreit, und man selber schon fertig ist, weil man ungewohnterweise mit dem Kleinen Erledigungen machen musste... Nebenbei: Es ist wichtig für ein Kind mit vier Jahren, langsam auch nachts von seinen Windeln loskommen.)

Auch der Umstand, dass die Oma schlechte Laune hatte, als sie kam, kann vorkommen. Schwierig wird es für dich, wenn du die schlechte Laune auf dich beziehst; du bist dafür wirklich nicht verantwortlich und musst dich auch nicht dazu machen. Sie kann ja einfach einen schlechten Tag gehabt haben und sich nur schwer beherrschen können. Es kann auch vorkommen, dass einem die Termine zu viel werden. Auch wenn die Oma euch grundsätzlich unterstützen will, indem sie den Kleinen hütet, passt es natürlich nicht immer für sie.

Ohne tägliche Übung, mit einem Kleinkind unterwegs zu sein, kann das sehr stressen. Vor allem, wenn man nicht mehr die Jüngste ist – was bei Omas in der Natur der Sache liegt. Für solche Situationen sind Babysitter-Alternativen wichtig. Auch wenn man dann vielleicht ab und zu mal was dafür bezahlen muss. Beziehungen sind letztlich das Kostbarste, was wir haben. Das gilt für deine Beziehung zu deinem Mann genauso wie zu deiner Schwiegermama. Du kannst keinen von beiden ändern oder dazu bringen, etwas anders zu sehen. Was du aber sicher immer ändern kannst, das ist deine Haltung zu ihnen und deinen Umgang mit ihnen. Sie sind und können nicht verantwortlich sein für dein Glück und deine Zufriedenheit. Lerne, Lösungen für deine Probleme zu finden, die nicht darin liegen, dass andere sich verändern! Wenn dir der juckende Po deines Kindes leid tut, dann investiere etwas Geld in einen Babysitter. Wenn deine Schwiegermutter gestresst und schlecht gelaunt ankommt, entscheide dich dafür, mit ihr zu fühlen und frage sie, ob es ihr zu viel ist und sie möchte, dass ihr euch nach einem anderen Babysitter umschaut (da ist es gut, zwei oder drei Alternativen zu haben). Es gibt viele Strategien und Umgangsformen, um mit solchen zwischenmenschlichen Problemen umzugehen. Andere ändern zu wollen ist die am meisten ausprobierte – und sie hat seit Jahrtausenden versagt! Suche also bessere Wege, um dein Leben so zu gestalten, wie es dir gefällt und du dich darin wohl fühlst. Du bist frei, dein Leben zu bestimmen und zu gestalten. Besonders in Anbetracht der bevorstehenden speziellen Familienvergrösserung wird sich das sicher auch auf deine Familienbeziehungen spürbar positiv auswirken.

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